DG-ES Deutsche Gesellschaft für Ernährung und Sport
Bewegung ist Therapie und Prävention
Die Sportwissenschaft kennzeichnet ein System wissenschaftlicher Forschung, Lehre und Praxis, welches sich mit dem Sport in all seinen Ausprägungen befasst. In der Sportwissenschaft werden Fragestellungen in den Bereichen Bewegung, Erlebnis, Freizeit, Spiel und Sport unter gesundheitlichen, pädagogischen und gesellschaftlichen Aspekten behandelt. In interdisziplinärer Anwendung werden hier viele andere Wissenschaften wie Biomechanik, Bewegungswissenschaft, Sportinformatik, Sportökologie oder Trainingswissenschaft zusammengeführt.
Studien haben die Effekte von Sport auf unsere Zellkraftwerke, die Mitochondrien, untersucht und gewannen dabei die Erkenntnis, dass Sport den Prozess zur Umwandlung von Nährstoffen in Energie positiv beeinflusst und Energiegewinnung effizienter macht. Sport führt zu einer Vermehrung der Mitochondrien und sorgt auch dafür, dass sich die Energie produzierenden Proteine in den Mitochondrien verdichten.
Fazit: Wer dauerhaft mehr Energie zur Verfügung haben möchte, muss sich bewegen. Beginnen Sie mit kurzen sportlichen Bewegungseinheiten, die Sie in Ihren Alltag einbauen.
Sport ist vielseitig und sollte nicht nur auf Leistung reduziert gesehen werden. Grundsätzlich gilt: Jeder kann Sport machen – nach seinen Möglichkeiten. In Tanzstudios werden sogar für gehbehinderte Senioren Kurse mit und ohne Rollator angeboten. Wesentlich für jedes Alter ist es allerdings, dass zunächst die biophysiologischen Voraussetzungen inaktiver Menschen für Sport und Bewegung gestärkt und verbessert werden. Und dann muss Bewegung zur individuellen Lebenssituation passen. Finden Sie heraus, was Ihr Leistungsspektrum ergänzen kann, seien Sie innovativ.
Krafttraining – gezielt den Fettabbau unterstützen
Krafttraining – gezielt den Fettabbau unterstützen
Regelmäßiges Krafttraining ist für eine gezielte Körperfettreduktion von wesentlicher Bedeutung, weil wir mit der vorhandenen Muskelmasse den Gesamtenergieumsatz steigern können. Dies bedeutet, dass je mehr Muskeln vorhanden sind, desto mehr Fette werden auch in Ruhe verbrannt. Ein individuell auf die jeweilige Konstitution abgestimmtes Training verbessert damit nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern ist ein echter Fatburner und für wirklich alle Altersgruppen geeignet. Ein ganz wesentlicher Punkt des Krafttrainings ist die Prävention von neurodegenerativen Erkrankungen. Viele Untersuchungen zeigen sehr deutlich, dass bei zunehmender körperlicher Fitness die Gefahr einer Demenzerkrankung proportional abnimmt.
Ausdauertraining – Herz & Kreislauf stärken
Ausdauertraining – Herz & Kreislauf stärken
Beim Ausdauertraining werden größere Muskelgruppen angesprochen und viele Organsysteme miteinbezogen, die zur Energiebereitstellung und damit auch Fettverbrennung wichtig sind. Bei regelmäßigen Trainingseinheiten werden neben einer Steigerung der Leistungs- und Motivationsfähigkeit vor allem Lunge, Herz und Kreislauf gestärkt. Dadurch kann der für die Zellen wichtige Sauerstoff in die Muskulatur transportiert werden und die Mitochondrien werden aktiviert und damit letztendlich der Verbrennungsmotor angeworfen. Es geht hier nicht um stundenlanges Joggen unter erschwerten Bedingungen. Oftmals reichen auch schon regelmäßig 20-30 Minuten in einem moderaten Tempo.
Muskelaktivität: Die Apotheke des Körpers
Muskelaktivität: Die Apotheke des Körpers
Muskeln wirken als eine Art „Apotheke des Körpers“, indem sie bei Aktivität sogenannte Myokine produzieren – hormonähnliche Botenstoffe, die vielfältige positive Effekte auf nahezu alle Organe und Körpersysteme haben.
Diese Myokine werden insbesondere bei körperlicher Aktivität von Muskelzellen freigesetzt. Sie entfalten ihre Wirkung sowohl lokal im Muskel selbst als auch systemisch im gesamten Körper – über das Blut gelangen sie zu Leber, Gehirn, Herz, Fettgewebe u. v. m.
Wirkung der Myokine auf Organe & Systeme:
Leber
Myokine: IL-6, FGF21
Wirkung: Unterstützen den Fett- und Zuckerstoffwechsel
Darm
Myokin: IL-6
Wirkung: Fördert Verdauung und Stoffwechselprozesse
Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
Myokine: IL-6, FGF21
Wirkung: Unterstützen die Insulinsekretion (wichtig für Blutzuckerregulation)
Gefäße & Herz
Myokin: FSTL-1
Wirkung: Fördert Gefäßgesundheit und schützt das Herz
Knochen
Myokin: Irisin
Wirkung: Unterstützt Knochenaufbau und -stabilisierung
Muskel selbst
Myokine: IL-6, Myostatin
Wirkung: Regulieren Muskelaufbau und Energiestoffwechsel
Gehirn
Myokine: IL-6, Irisin, BDNF
Wirkung: Steigern kognitive Leistungsfähigkeit, Plastizität und Stoffwechsel
Fettgewebe
Weißes Fett
Myokin: IL-6
Wirkung: Fördert Fettabbau
Braunes Fett
Myokine: IL-6, Irisin
Wirkung: Unterstützen Browning (Umwandlung von weißem in braunes Fett zur thermogenen Energieverbrennung)
Muskelaktivität wirkt wie ein inneres Medikamentensystem. Die Ausschüttung von Myokinen ist ein zentraler Mechanismus, durch den regelmäßige Bewegung präventive und therapeutische Effekte auf den ganzen Körper entfalten kann – vom Stoffwechsel bis zur Gehirnfunktion.

